„Würzig, rauchig, lecker: Das ultimative Grillgewürz für saftige Steaks und knuspriges Gemüse“

28. April 2023
Die Kunst der eigenen Gewürzmischung

Aus der Gewürzkammer

Die Kunst der eigenen Gewürzmischung

Von den Märkten des alten Ägyptens bis zur eigenen Küchenschublade: Wer seine Gewürze selbst mischt, gewinnt Kontrolle über Geschmack, Qualität – und ein Stück Geschichte gleich mit.

Die Küche von Chefkoch Günter

Der Sommer, in dem der Rauch nicht weichen wollte

Bad Lauterberg, August 1979. Der Sommer über dem Harz war trocken und heiß, und im Panoramic hatte man die Terrassentüren zur Küche seit Wochen offen gelassen, weil die Öfen sonst nicht auszuhalten waren. Günter Wahnfried, gerade sieben Jahre Küchenchef, stand an diesem Abend vor einem Problem, das größer war als jedes Rezept: Ein Reisebus mit 40 Gästen aus dem Rheinland hatte sich kurzfristig angekündigt, mitten in der Hochsaison, und wollte „etwas Deftiges vom Grill“. Die Vorräte an fertigen Gewürzmischungen waren aufgebraucht, der Lieferant kam erst übermorgen.

Günter tat, was er in solchen Momenten immer tat: Er öffnete den kleinen Schrank neben dem Herd, in dem die offenen Gewürzdosen standen, und fing an zu probieren. Paprika, süß und mild aus einer Lieferung von einem ungarischen Händler, den er auf einer Messe in Hannover kennengelernt hatte. Knoblauch- und Zwiebelpulver, weil frischer Knoblauch auf dem Grill zu schnell verbrannte. Ein Löffel brauner Zucker, mehr aus Instinkt als aus Kalkül – er sollte die Röststoffe binden und dem Rauch eine Süße entgegensetzen. Und ganz zum Schluss, fast zögerlich, eine Prise Cayennepfeffer.

Die Mischung entstand an diesem Abend auf einem Bierdeckel notiert, zwischen zwei Bestellungen hin- und hergekritzelt. Von diesem Abend an stand die Dose mit Günters Grillgewürz griffbereit neben dem Herd des Panoramic – und bis heute hat sich an dem Bierdeckel-Rezept kaum etwas geändert.

Eine Geschichte so alt wie die Küche selbst

Von Ägypten bis in die eigene Küche

Gewürze sind seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil unserer Küchen und Kulturen. Schon im alten Ägypten und China wurden Gewürze nicht nur zur Verfeinerung von Speisen, sondern auch zu medizinischen Zwecken verwendet.

  • Antike

    Altes Ägypten

    Gewürze verfeinerten nicht nur Speisen, sondern dienten auch als Heilmittel und Konservierungsstoff.

  • Antike

    Altes China

    Auch hier waren Gewürze fester Bestandteil von Küche und traditioneller Medizin gleichermaßen.

  • Heute

    Die eigene Küche

    Trotz endloser Auswahl an fertigen Mischungen im Supermarkt lohnt sich der Blick zurück – und das eigene Mischen.

Warum selber mischen

Drei gute Gründe für die eigene Mischung

01

Geschmack & Qualität

Selbstgemachte Gewürzmischungen bieten die Möglichkeit, Geschmack und Qualität der eigenen Speisen gezielt zu verbessern und zu kontrollieren.

02

Volle Kontrolle über Zutaten

Man weiß genau, welche Zutaten enthalten sind, und kann auf individuelle Geschmackspräferenzen oder allergische Reaktionen Rücksicht nehmen.

03

Eine Reise in die Gewürzwelt

Gewürze erzählen viel über verschiedene Kulturen und Länder – das eigene Mischen wird so zur kleinen Reise zu ihren Herkunftsorten.

Ergibt ca. 500 g Mischung

Grillgewürz zum Selbermachen

Ein vielseitiges Grundrezept für Hühnchen, Rindfleisch, Schweinefleisch oder Gemüse – die Mengen lassen sich nach Geschmack anpassen.

Zutaten im Verhältnis

  • Paprikapulver6 EL
  • Knoblauchpulver4 EL
  • Zwiebelpulver4 EL
  • Meersalz2 EL
  • Schwarzer Pfeffer2 EL
  • Brauner Zucker2 EL
  • Getrockneter Oregano2 EL
  • Cayennepfeffer1 EL

Zubereitung

  1. Vermischen

    Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen, bis alles gut kombiniert ist.

  2. Aufbewahren

    Das Grillgewürz in einem luftdichten Behälter aufbewahren, bis es verwendet wird.

  3. Anwenden

    Vor dem Grillen das Fleisch großzügig mit dem Grillgewürz bestreuen und gründlich einreiben, um den Geschmack zu verstärken.

Ein Gericht ohne einen kleinen Schreck ist kein Gericht, das man sich merkt. — Chefkoch Günter Wahnfried

Vielseitig einsetzbar für Hühnchen, Rindfleisch, Schweinefleisch oder Gemüse – die Menge einzelner Zutaten lässt sich jederzeit an den eigenen Geschmack anpassen.

Aus der Gewürzkammer · Selbstgemachte Mischungen

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